Alpenländische Weihnachtsbräuche

Unter alpenländische Winter- und Weihnachtsbräuche versteht man die traditionelle Weihnachtsfeiern in bestimmten Regionen in Europa, vor allem im südlichen Bayern, Österreich, Ungarn, Slowenien, Tschechien, Südtirol, Teilen des außeralpinen Norditaliens und Teilen Kroatiens.

Der Krampus

Kern des alpenländischem Brauchtums ist der Krampus, also die bereits oben beschriebene Schreckgestalt die oft in Begleitung des heiligen Nikolo (Nikolaus) in Erscheinung tritt.

Krampus

Wir haben ja bereits gesagt, daß der Krampus die unartigen Kinder bestraft, während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt. Er ähnelt somit in der Funktion ein wenig dem Knecht Ruprecht, aber doch gibt es zwischen den beiden Figuren große Unterschiede.

Während nämlich Knecht Ruprecht wie der ursprüngliche Weihnachtsmann einzeln auftritt, treten die Krampusse meist in größeren Gruppen oder zusammen mit dem Nikolo auf. Daraus ergibt sich dann die Gruppe aus Nikolaus, Krampus und anderen Begleitern.

Der Krampus sieht also ein wenig in seinem Aussehen dem Teufel ähnlich. Im alpenländischen Brauchtum kommt der Teufel auch in mystischen und Tiergestalten vor. Die Krampuse gehören zum Adventbrauchtum im alpenländischen Brauchtum. Krampuslaufen

Heute hat sich darauf im Laufe der Zeit vor allem im bayerisch-österreichischen alpenländischem Brauchtum das sog. Perchten herauskristallisiert und entwickelt.

Die sich im alpenländischem Brauchtum etablierten und vorkommenden Gestalten kommen vor allem Ende Dezember und vereinzelt noch im Januar vor.

Die Perchten

Die Perchten schließen an die frühzeitliche Saga an und verkörpern heute allgemein zwei Gruppen, die „guten“ Schönperchten (das heißt der Nikolaus), und die „bösen“ Schiechperchten (das heißt die Krampuse). Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der nach populärer Deutung der Winter – bzw. die bösen Geister des Winters – ausgetrieben werden soll.

Perchten

Der Besuch von Perchten wird bisweilen im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten. Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten. Typische traditionelle Perchtengestalten sind neben dem Krampus und dem Nikolaus auch noch Frau Bercht, der Glöckler (Lichtgestalten, Schönperchten des Salzkammerguts und angrenzender Regionen), Schönpercht (als spezielle Figur des Ennstal), bzw. Schönperchten in Karlsstein. Daneben finden sich zahlreiche lokale Formen, die teils nur für eine Ortschaft typisch sind, und meist Bezug zum lokalen Sagen- und Legendenschatz haben.

Traditionelle Perchtenmasken, meist aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts finden sich in Heimatmuseen vieler Orte, in denen das Perchtenbrauchtum ( Perchtenlauf ) auch heute noch lebendig ist wie z.B. dem Talmuseum in Rauris.