Nussknacker – Erzgebirgische Volkskunst

Der Nussknacker ist eine der Symbolfiguren der erzgebirgischen Volkskunst. Er ist tatsächlich in der Lage Nüsse zu knacken, doch meist wird er als dekoratives Element zu Weihnachten aufgestellt. Seine Gestalt kann sich wandeln; er kommt als König oder Soldat u.ä. daher, trägt oft eine Uniform und hat einen bösen und zähnefletschenden Gesichtsausdruck. Dies ist in der Geschichte begründet, da er als Darstellung der Obrigkeit erfunden worden war. So wurde er immer mehr zur Karikatur der Herrschenden und daher nur selten freundlich schauend bemalt. Heute gibt es die Nussknacker, ähnlich wie die Räuchermännchen, auch als Darstellung von Berufen oder in ähnlichen Abwandlungen. Doch der eher grimmige Gesichtsausdruck blieb zumeist erhalten.

Nussknackermuseum in Neuhausen

Die Figuren werden in manchen Gegenden auch unter dem Begriff „Nussbeißer“ verkauft. Typisch für alle sind die relativ dünnen Beine auf einem kurzen Rumpf, wobei die Herstellung einer solchen Figur etwa 130 Arbeitsschritte beinhaltet.

In Neuhausen steht das erste Nussknackermuseum Europas, welches über 4.300 Exemplare umfasst. Hier finden die Gäste auch den größten funktionstüchtigen Nussknacker der Welt, der 3,86 m misst. Er steht sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Noch größer ist ein pneumatisch betriebener Nussbeißer, der fast 6 m Höhe zu bieten hat und ebenfalls im Buch der Rekorde auftaucht. Er begrüßt die Gäste des Museums schon vor der Tür. Den kleinesten Gesellen der Zunft kann das Museum ebenfalls sein Eigen nennen. Er wurde aus einem Zahnstocher hergestellt und ist weniger als einen halben Zentimeter groß.

Meist kräftig bemalt

Während einige der Gesellen in originalen Holzfarbtönen belassen werden, sind die meisten eher kräftig bemalt. Meist sind die Hosen weiß, die Jacken in kräftigem Rot, Grün oder Blau. Viele von ihnen haben goldene Accessoires wie eine Krone oder Knöpfe und vieles mehr. Die Haare unter dem Hut sind entweder angemalt oder auch aus künstlichen Materialien nachempfunden.

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