Winter- und Weihnachtsbräuche in Salzburg und Tirol

In Salzburg und Tirol sind viele Traditionen und Winterbräuche nach wie vor ein fester Bestandteil im Leben der Bewohner. Dabei kann es sinnlich oder auch etwas wilder zugehen.

Besinnlich – das „Anklöpfeln“

Das „Anklöpfeln“ ist ruhig und besinnlich. Der Brauch aus dem Tiroler Unterland gehört laut UNESCO zum immateriellen Kulturerbe Österreichs. Die „Klöpflnächte“, das sind die drei Donnerstage vor Weihnachten. In diesen Nächten zieht eine Gruppe, als Hirten verkleidet, als Musikanten und Sänger von einem Haus zum nächsten. Sie verkünden in ihren Liedern die Geburt Jesu und werden von den jeweiligen Hausbewohnern herzlich empfangen. Der Dank an die Hirten ist ein Getränk, Weihnachtskekse oder eine kleine Jause.

Schnabelperchten

©TVB Bachmeier (Tourismusverband Rauris) Schnabelperchten

Im Raurisertal kommen die Schnabelperchten nicht mit lautem Gebrüll sondern mit krähenden Lauten daher. Sie wandern am Abend vor dem Dreikönigstag von einem Haus zum nächsten.

Wie der Name vermuten lässt haben sie einen großen Schnabel, der aufwändig aus Karton, Holzstäben und Bauernleinen konstruiert ist. Ihre Geschichte geht zurück bis in die Goldbergbauzeit.

Die Knappen waren damals nicht ganz so pingelig, was die Sauberkeit in ihren Unterkünften betraf. Die Schnabelperchten prüfen bis heute in den Häusern Sauberkeit und Ordnung. Sie stellen fest, ob eine ordentliche Haushaltsführung gegeben ist. Nach der Legende kommen freche Kinder in den großen Buckelkorb der Schnabelperchten und werden mitgenommen. Für die Eltern ist das der Vorteil, dass am Abend vor Dreikönig Kinder freiwillig ihr Zimmer putzen und aufräumen.

Der Pongauer Perchtenlauf

Ein echter Publikumsmagnet ist der Perchtenlauf im Pongau. Der größte Perchtenlauf im Salzburger Land findet alle 4 Jahre statt. Dabei wechseln sich die Gemeinden Altenmarkt, Bad Gastein, Bischofshofen und St. Johann ab. „Frau Percht“ gilt als Doppelwesen. Sie ist gespalten in Gut und Böse. Es folgte im Lauf der Zeit eine Teilung der Masken in zwei Hauptgruppen. Die Schönperchten auf der einen Seite haben einen tafelartigen Kopfputz, die Schiachperchten auf der anderen haben furchterregende Larven. Zu beiden Perchtengruppen gehören einen Vielzahl an Begleitgestalten. Die Perchten stehen für den Glauben an ein gutes Jahr mit einem fruchtbaren Boden.

Klaubaufgehen

Der Klaubauf in Matrei ist ein jahrhundertealter Brauch. Der Klaubauf trägt ein Fell, das weiß, schwarz oder braun ist. Dazu hat er eine grob geschnitzte Holzmaske oder eine Larve aus Aluminium, die ebenfalls grob wirkt sowie mehrere Glocken auf dem Rücken. Mit anderen Gestalten, ebenfalls maskiert, begleitet er den Nikolaus, wenn dieser durch das Dorf zieht. Der Nikolaus besucht die Kinder und lässt ihnen von zwei Engeln Geschenke überreichen. „Lotter“ und „Litterin“ tanzen derweil als Dank zur Spielmannsmusik, um so Geld zu heischen. Früher versuchten mehrere „Klaibaife“ (Mehrzahl von Klaubauf) beim sogenannten „Tisch zoichn“ den Tisch von einem Haus nach draußen zu ziehen. Es war für den Hausherrn eine Schande, wenn sie es schafften. Besonders in Osttirol ist der Brauch noch lebendig.