Sorbische Weihnachtsbräuche in Brandenburg

Das Bescherkind im Spreewald bereitet jung und alt märchenhafte Weihnachten. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann.

Weihnachten ist ein Fest, welches von Jung und Alt geliebt wird. Hier findet die Familie wieder zusammen und verbringt wunderschöne Tage miteinander. Allerdings sind die Weihnachtsbräuche von Land zu Land verschieden, denn nicht alle Länder feiern Weihnachten gleich. Die Sorbische Weihnacht ist beispielsweise ein Weihnachtsfest, in dem weniger der Weihnachtsmann als das Christkind eine wichtige Rolle spielt.

Die Besonderheit der Sorbischen Weihnachtsbräuche

Brandenburg ist geprägt von einer Vielzahl an Traditionen, Bräuchen und vor allen Dingen Sagen. Gerade an den besinnlichen Weihnachtstagen werden alte Traditionen besonders gepflegt und auch gelebt. Das Bescherkind gehört zu dieser Tradition, denn sie schenkt in der Vorweihnachtszeit den Bewohnern in Brandenburg Gesundheit und Glück. Das Bescherkind zeigt sich mit einem verhüllten Gesicht und in sorbischen Brautjungferntrachten. Sie hat ein kleines Glöckchen dabei, um den Bewohnern ihre Ankunft mitzuteilen und sie mit Früchten, Pfefferkuchen oder Nüsse zu verwöhnen. Meist hat das Bescherkind eine Rute dabei, die den Menschen Glück und Gesundheit bringen soll, wenn sie die linke Schulter der älteren Menschen berührt. Kinder berührt sie dazu dreimal mit dem Handrücken, damit auch sie das Wunder erleben dürfen.

Das Bescherkind, was nicht zu erkennen ist, bleibt während der ganzen Zeremonie schweigend und möchte somit die Besinnlichkeit dieser besonderen Zeit zum Ausdruck bringen. Die Tradition sagt, dass jedes Jahr ein anderes Mädchen als Bescherkind die Bewohner in Spreewald besucht und im darauffolgenden Jahr heiraten wird.

Die besondere Rolle der Schleife

Die Sorbische Weihnacht findet vollständig ohne einen Weihnachtsmann statt. Hier übernimmt das Christkind seine Aufgabe, die dazu eine besondere Christkindtracht trägt. Es gibt viele verschiedene Trachten für das Christkind, die sich meist durch diverse Details unterscheiden. Handelt es sich dabei um ein Christkind in Schleife, gibt es zusätzlich noch eine ganz spezielle Schleifer Tracht.

Die Schleifer Tracht zeichnet sich durch eine blaue Schleife aus, die bereits seit dem Jahr 1918 Tradition hat. Sie wurde nach dem Ersten Weltkrieg zur ersten Friedensweihnacht eingeführt und vom Pfarrer Handrick in der Schleifer Kirche zur Einsegnung den Mädchen angesteckt. Damit das Mädchen nicht erkannt wird, welches als Bescherkind, also als Christkind, durch die Straßen zieht, trägt es weiße Handschuhe und einen weißen Schleier vor dem Gesicht.

Die Bedeutung vom Christkind bei den Sorbischen Weihnachtsbräuchen

Das verschleierte Christkind schenkt den Bewohnern nach alter Tradition Gesundheit und Glück im nächsten Jahr. Während es den Kindern mit dem Handrücken dreimal über die Wange streichelt, legt es den älteren Menschen eine Rute auf die Schulter der linken Seite. In der Regel handelt es sich dabei um eine Lebensrute, die aus Ginster und Birke gebunden wird.

Der 1. Advent spielt für das Schleifer Christkind eine wichtige Rolle, denn an diesem Tag findet nicht nur die Einsegnung statt, sondern es wird in einer zwei- bis dreistündigen Zeremonie passend eingekleidet. Wichtige Bestandteile der Kleidung ist ein aufwendiger Kopfschmuck, der weiße Gesichtsschutz, bunte Bänder und Schleifen. Jedes Dorf hat sein eigenes Christkind, welches von zwei Mädchen begleitet wird, die einen Korb mit Süßigkeiten und eine Laterne tragen. Meist hat das Bescherkind eine Glocke mit dabei, die durch ein helles Läuten den Besuch ankündigt.

Weihnachtsbrauchtum im Brandenburg