Weihnachtsbräuche in Hamburg

Die Weihnachtszeit gehört zur schönsten Zeit des Jahres, denn es ist eine besinnliche Zeit, die die Familien wieder zusammenbringt. Es ist aber auch eine Zeit der Traditionen und Bräuche, die sich oftmals in jedem Bundesland unterscheiden und die schon seit Jahrhunderten überliefert werden.

Neben den traditionellen Bräuchen, zu denen beispielsweise das Tannenbaum schmücken und das Singen von Weihnachtsliedern gehört, gibt es in verschiedenen Bundesländern Bräuche, die oftmals nur dort zu finden sind. So auch in Hamburg, wo zum Beispiel der Gänsemarkt ein wichtiger Bestandteil in der Weihnachtszeit ist.

Der Tannenbaum vom Gänsemarkt

Hamburg ist ein Bundesland mit vielen Bräuchen und Traditionen, die oftmals in anderen Regionen kaum bekannt sind. Ein besonderer Weihnachtsbrauch bis zum Jahr 1900 war der Kauf von Weihnachtsbäumen, der ausschließlich auf dem Gänsemarkt stattgefunden hat. Erst viele Jahre später war es möglich, Weihnachtsbäume überall zu kaufen.

Traditionelle Hamburger sind auch heute noch der Meinung, dass ein Weihnachtsbaum vom Gänsemarkt einfach ein Muss ist und somit einfach dazu gehört. Der Kauf des Weihnachtsbaumes stellt jedes Jahr aufs Neue ein tolles Ereignis da, an dem die ganze Familie beteiligt ist. Viele Familien machen daraus ein besonderes Event und verbinden den Kauf gleichzeitig mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.

Hamburger Weihnachtsbräuche und der Aberglaube

Schon seit Jahrhunderten hält sich in Hamburg und Umgebung ein tiefer Aberglaube. Dieser Aberglaube besagt, dass zwischen den Feiertagen, also vom 25.12. bis 06.01. keine Wäsche gewaschen werden darf. Dahinter verbirgt sich eine uralte Geschichte, die heute noch vielen älteren Hamburgern bekannt ist. Früher hieß es, dass die weiße Wäsche an den Leinen an Totenhemden erinnern und dass deren Anblick in dieser Zeit Unglück bringt.

Zusammen mit diesem Aberglauben ist auch verankert, dass in diesen 12 Tagen keine harten Arbeiten verrichtet werden dürfen, beispielsweise Dreschen oder Nähen. In dieser Zeit legten die Leute ihre Arbeit nieder und ließen die Tage in Ruhe verstreichen. Heute ist bei vielen dieser Aberglaube noch immer vorhanden, wird aber meist nur von den älteren Einwohnern beibehalten. Die jüngeren Einwohner nehmen diesen Aberglauben nicht so ernst und brechen ein stückweit mit dieser Tradition, denn sie gehen wie gewohnt ihren Arbeiten nach.

Der Karpfen als traditionelles Weihnachtsessen

Der Fisch ist in Hamburg ein beliebtes Nahrungsmittel. Das war schon früher so und hat sich bis heute nicht geändert. In den früheren Jahren ließen sich insbesondere wohlhabende Hamburger pünktlich zu Weihnachten einen Karpfen zubereiten. Dazu wurden meist Muscheln und Walnüsse serviert. Aber auch zerschnittenes Fleisch in Bier eingekocht war ein traditionelles Gericht, welches alternativ zum Karpfen gerne gegessen wurde.

Die älteren Hamburger wählen auch heute noch den beliebten Karpfen, um ihn am Weihnachtstag zu servieren. Diese alte Tradition haben sich mittlerweile auch viele Familien wieder angeeignet, um sie nicht vollständig in Vergessenheit geraten zu lassen. Während früher ausschließlich Walnüsse oder Muscheln dazu serviert wurden, gibt es heutzutage eine Vielzahl an Abwandlungen, um eine großzügige Auswahl zu erhalten. Nicht jeder ist ein absoluter Fischliebhaber, so dass häufig tolle Kombinationen entstehen, die jeder liebt und Freude an den gemeinsamen Tisch bringt.

Weihnachtbräuche in anderen Bundesländern