Weihnachtsbräuche in Mecklenburg-Vorpommern

Kaum ist der Sommer zu Ende, finden sich in den Geschäften bereits die ersten weihnachtlichen Köstlichkeiten. Die Abende werden kürzer und es dauert nicht mehr lange, bis alle Fenster und Gärten mit weihnachtlichen Lichtern dekoriert sind. Weihnachten ist ein Fest der Liebe und Besinnlichkeit und für die Familie ein ganz besonderer Tag. Doch Weihnachten ist auch ein Fest der langen Traditionen und christlichen Bräuche.

In jedem Bundesland zeigt sich das Weihnachtsfest auf ganz unterschiedliche Art und Weise, denn es wird überall durch lange Traditionen geprägt. Das gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern, wo alte Traditionen und Bräuche noch immer nicht in Vergessenheit geraten sind.

Köstliche Leckereien früher und heute

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern werden die Bräuche stark von heidnischen Zügen begleitet. Die Weihnachtsbräuche haben bereits eine lange Tradition, doch haben diese im Laufe der Jahre angefangen sich zu verändern. Bis vor ungefähr 150 Jahren war das Dorfleben durch die zahlreichen christlichen Feierlichkeiten geprägt, ganz gleich ob zu Ostern, Erntedank oder Weihnachten. Weihnachten gehörte damals schon zu einem bedeutenden Fest des Jahres.

Die Vorweihnachtszeit beginnt schon in den letzten Tagen des Novembers, meist passend zum ersten Advent, wenn der Plätzchenduft durch die Häuser zieht und Pfeffernüsse auf jedem Tisch zu finden sind. Eine besondere weihnachtliche Köstlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern sind die Has´poppen. Hierbei handelt es sich um kleine Teigfigürchen aus Mehl und Wasser, die mit bunten Zuckerstreuseln verziert werden und bis heute beliebt sind. Sie werden nach wie vor zu Weihnachten gebacken, um diese besondere Tradition aufrechtzuerhalten. Allerdings werden heute für die Dekoration Zuckerschriften, Perlen oder andere Dinge verwendet.

Aber auch Kinnjees, Helechrist oder Safranpöppings waren beliebte Spezialitäten zur Weihnachtszeit in Mecklenburg-Vorpommern. Die Besonderheit bei diesen Köstlichkeiten bestand darin, dass einige Familien, abhängig von ihrem Stand und somit von ihren finanziellen Möglichkeiten, darin ein Zwei-Schilling-Stück versteckten.

Die vorweihnachtlichen Sagengestalten

Viele Traditionen und Bräuchen trugen heidnische Züge, so dass sie 1682 mit einer Verordnung vom Herzog Gustav Adolf von Güstrow abgeschafft werden sollten. Doch eine besonders große Wirkung erzielte diese Anordnung nicht, denn noch bis zu den 30er Jahren lief nach wie vor der Rug´Klaas durch die Straßen der Dörfer. Auch der Zägenbruck, das Kind Jes sowie der Knapperdachs trieben dabei ihr Unwesen, wobei die Spiele, die sie veranstalteten, keinen wirklichen Bezug zum Weihnachtsfest hatten.

Wildwächter und Gemeindehirten zogen stattdessen auf den Dörfern durch die Straßen und bekamen von den Bauersfrauen oftmals ein leckeres Essen oder Gebäck als Dankeschön für ihre Arbeit. Die städtischen Hirten in Röbel sind sogar jedes Jahr am Heiligen Abend durch die Stadt gezogen und haben durch ihre Hörner geblasen. Die Anwohner schenkten ihnen dafür oftmals Fünf-Pfennig-Stücke, den sogenannten Kohdaler. War der Umzug vorüber, wurden erst die Weihnachtsbäume zum Leuchten gebracht, in dem die Kerzen angezündet worden sind.

Das traditionelle Weihnachtsessen in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern wird der Heilige Abend in der Regel Heiligabend genannt. An diesem besonderen Tag wird am Morgen der Tannenbaum aufgestellt und mit der ganzen Familie geschmückt. Obwohl gerade der Heiligabend ein Familienfest ist, wird er dennoch oftmals getrennt voneinander gefeiert. Insbesondere die Jugendlichen sind an dem Abend unterwegs, treffen sich mit anderen und feiern gemeinsam. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der erste Weihnachtstag der Tag ist, an dem Weihnachten eigentlich mit der Familie verbracht wird.

An diesem Tag darf natürlich auch ein traditionelles Weihnachtsessen nicht fehlen. Während früher die Gans oder eine Ente das Festmahl vervollständigte, ist es heute Fisch oder ein Braten mit Klößen und Rotkohl, was häufig gegessen wird. Insbesondere der Schweinebraten oder der Weihnachtskarpfen gehören traditionell in Mecklenburg-Vorpommern auf den Mittagstisch.

Die Weihnachtsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern

Der Norden ist geprägt von einer Vielzahl an Weihnachtsmärkten, die ein gemütliches Ambiente ausstrahlen und eine wunderbare Stimmung verbreiten. In Rostock findet jedes Jahr ein drei Kilometer langer Weihnachtsmarkt mit Fahrgeschäften und unzähligen Weihnachtsständen statt. Hier finden sich immer wieder zahlreiche Schausteller ein, die von dieser einmaligen Atmosphäre begeistert sind und zusammen mit den Besuchern die Weihnachtszeit genießen möchten.

Ein ganz besonderes Highlight ist ohne Frage der historische Weihnachtsmarkt am Kloster, auf dem uralte Handwerkskunst in Verbindung mit mittelalterlicher Musik präsentiert wird. Es ist ein Weihnachtsmarkt mit einer langen Tradition und somit ein Muss für jeden Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern. Er ist perfekt für die Vorbereitung auf die Weihnachtstage und bietet ausreichend kreative Ideen, um diese in die eigenen vier Wände zu bringen.

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