Buttnmandl – Strohbüschel mit pechschwarzen Gesichter

Die Adventszeit bietet einen großen Freiraum, um alte Weihnachtsbräuche ausführen zu können. Bei den Buttnmandl handelt es sich um Teilnehmer des Buttnmandllaufens. Diese Tradition wird lediglich im Berechtesgadener Land durchgeführt und findet mittlerweile am 5. und 6. Dezember statt.

Es läuft hierbei eine Gruppe, genannt Bass, durch die Straßen und Passanten werden von den Buttnmandl mit der Rute an den Beinen geschlagen. Vorrangig suchen sich die Buttnmandl junge Mädchen aus, da die Rute als Fruchtbarkeitssymbol gilt. Die Bezeichnung Buttnmandl stammt vom Buttn ab – dies ist die Bezeichnung für Schütteln oder Rütteln der Glocken.

Buttnmandl
Der Heilige Nikolaus, das Nikoloweibl und die Buttnmandl

Die Buttnmandl werden aufwändig verkleidet: um den Körper werden lange Strohbündel gelegt und zusammen gebunden, sodass der komplette Körper verdeckt ist. Um die Hüften werden noch große Kuhglocken gebunden. Die Aufgabe der Buttnmandl besteht ferner darin, stets in Bewegung zu bleiben, damit die Glocken nicht verstummen. Die Gesichter werden mit Fell- oder Holzmasken verkleidet.

Besonderes Merkmal dieser Masken sind die großen Hörner, überlange Zähne und eine heraushängende Zunge. Beim An- und Ausziehen der Buttnmandl sind mindestens drei Personen nötig. Diese Verkleidung verdeutlicht, weshalb ein Buttnmandl von einem Gankerl beschützt werden muss: er ist extrem unbeweglich. Eine weitere Aufgabe wartet auf die Gankerl, sie geben die Befehle des Nikolaus an die Buttnmandl weiter. Die vom Buttnmandl getragene Rute wird auch als Lebensrute bezeichnet. Die Buttnmandl sollen mit ihrer Aufmachung Furcht einflössen. Hierbei liegt der Fokus nicht darauf, den Menschen Furcht einzuflößen. Vielmehr sollen sie alles Böse mit ihrem Auftreten und ihrem Geschrei vertreiben.

Ein Buttnmandl darf nur ein Mann werden, der mindestens 16 Jahre alt und ledig ist. Zusammen mit einem Nikolaus als Anführer und den schützenden Gankerl ziehen sie durch die Straßen. Früher betraten sie die Häuser, schenkten den Kindern Lebensmittel und segneten die Familien. Heute gilt das Buttnmandllaufen als touristische Attraktion und wird innerhalb eines festlichen Rahmens ausgeführt. Die Buttnmandl wurden in den letzten Jahren vermehrt von Zuschauern angegriffen, wobei es zu erheblichen Verletzungen kam. Daher stehen die Buttnmandl nun unter besonderem Schutz und die Veranstaltung wird von der Polizei überwacht.

http://www.weihnachten.one/wp-content/uploads/2016/08/Buttnmandl.jpghttp://www.weihnachten.one/wp-content/uploads/2016/08/Buttnmandl-150x150.jpgChristkindWeihnachtsbrauchtum5. Dez,6. Dez,Alpen,BayernButtnmandl - Strohbüschel mit pechschwarzen Gesichter Die Adventszeit bietet einen großen Freiraum, um alte Weihnachtsbräuche ausführen zu können. Bei den Buttnmandl handelt es sich um Teilnehmer des Buttnmandllaufens. Diese Tradition wird lediglich im Berechtesgadener Land durchgeführt und findet mittlerweile am 5. und 6. Dezember statt. Es läuft hierbei eine Gruppe, genannt...

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