Jöölboom

In Nordfriesland gibt es eine ganz besondere Variante vom Weihnachtsbaum, die dort im nordwestlichen Schleswig-Holstein recht verbreitet ist. Bezeichnet wird der Baum in der Sylter Friesischen Sprache als Jöölboom und in der Föhrer oder Amrumer Friesischen Sprache als Kenkenbuum. Andere Bezeichnungen sind Friesischer Weihnachtsbaum, Friesenbaum, aber auch Föhrer Bogen oder Sylter Friesenbaum.

Foto:Murma174 at frr.wikipedia [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

So schaut er aus

Der Jöölboom ist ein kleines Holzgestell, mit einem Kranz, der aus grünen Zweigen gefertigt ist. Innerhalb vom Kranz wird das Gestell geschmückt. Dafür werden Figuren aus Salzteig hergestellt, die als Kenkentjüch bezeichnet werden. Dabei sind die Figuren jedem bekannt. Es handelt sich um ein Schwein, das von einer Kuh und einem Schaf begleitet wird. Ein Pferd gehört auch dazu sowie ein Hahn. Ein Fisch macht die Tierschar komplett, dann kommen noch ein Segelschiff und eine Mühle dazu. Adam und Eva sind am Fuß vom Stamm zu finden. Bei ihnen ist ein Baum, der von einer Schlange geziert wird. Es kommen teilweise auch natürliche Produkte zum Einsatz. Es hat sich seit dem Adventskranz eingebürgert, vier Kerzen auf dem Friesenbaum anzubringen. Sie werden genauso wie die Kerzen vom Adventskranz an jedem Sonntag vor Weihnachten nacheinander angezündet.

Tradition und Moderne

Wahrscheinlich gibt es den Jöölboom in seiner heute bekannten Variante erst seit der Mitte vom 19. Jahrhundert. Es wird vermutet, dass der Holzbogen auch erst zu der Zeit mit Efeu oder Buchsbaum geschmückt wurde. Die Kenkentjüch sind allerdings viel älter. Nicht nur auf den Nordfriesischen Inseln und Halligen ist das Jöölboomaufstellen heute noch verbreitet, sondern auch in Teilen vom nordfriesischen Festland. Meistens wird er auf dem Wohnzimmertisch oder am Fenster aufgestellt. Durch die unterschiedlichen Dialekte, die es in Nordfriesland gibt, sind gängige Bezeichnungen auch Kenkenbuum oder Kinkenbuum oder auch Jülbuum. Kenken ist ein weit verbreiteter Ausdruck für Weihnachtsmann. Alternativ wird er auch Kinken oder Känken genannt. Etymologisch ist das Wort von Kind abgeleitet. Es stand auch für das Christkind.

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