Pelzmärtel – Fränkischer Brauch am Martinstag

Der Pelzmärtel kommt in Franken. Beim Pelzmärtel handelt es sich um einen Brauch, der nicht direkt zur Weihnachtszeit ausgeführt wird, sondern bereits am 11. November eines Jahres. Zudem findet dieser Brauch nur in evangelischen Gemeinden in Franken statt, da der Pelzmärtel ein Gegenstück zum heiligen St. Nikolaus darstellt. Der Pelzmärtel erscheint deshalb am 11. November, weil es sich bei diesem Tag um den Martinstag handelt.

Erklärung des Namens

Märtel ist die fränkische Verkleinerung von Martin. Die Bezeichnung Pelz wird verwendet, weil sich diese vom westmitteldeutschen Pelzen ableitet. Pelzen bedeutet Prügeln. Dies führte der Pelzmärtel früher durch, wenn die Kinder über das Jahr böse waren. Heute trägt der Pelzmärtel zwar noch eine Rute, prügelt aber natürlich keine Kinder mehr.

Stattdessen erhält jedes Kind – wie auch früher – ein kleines Geschenk in Form von Obst, Nüssen oder Weihnachtsgebäck. Ebenfalls zählt der Pelzmärtel die guten und die schlechten Taten der Kinder auf – diese Informationen erhält er heimlich von den Eltern der Kinder. Somit ist der Pelzmärtel eine Zusammenführung vom St. Nikolaus und St. Martin. In Franken ist der Pelzmärtel noch unter den Namen Pelzemärtel, Pelzermärtel, Pelzamärdl, Pelzmartin und Pelznickel bekannt.

Den Pelzmärtel gibt es auch in anderen Regionen Deutschlands

In anderen Regionen Deutschlands gibt es weitere Abwandlungen vom Pelzmärtel. So heißt dieser in Schwaben Belzmärtel und tritt zusammen mit dem St. Nikolaus am 6. Dezember in Erscheinung oder begleitet an Weihnachten das Christkind. Teilweise zieht der Belzmärtel am Heiligen Abend tagsüber durch das Dorf und vertreibt mit lautem Glockengeläut die bösen Geister. Am Nachmittag tritt er dann bei öffentlichen Weihnachtsspielen auf.

Der Brauch wird unterschiedlich ausgeführt

Die Details des weihnachtlichen Brauchs Pelzmärtel sind stark von der Region abhängig, in der dieser Brauch ausgeführt wird. Die Erscheinung des Pelzmärtle kann stark variieren und teilweise erscheint dieser in einer furchteinflößenden Aufmachung. So werden ihm manchmal große Strohbündel um den Körper gebunden und eine Maske ziert den Kopf. Diese furchteinflößende Gestalt soll die bösen Geister vertreiben. In manchen Gegenden ist es sogar Brauch, dass der Pelzmärtel von den Kindern durch die Gassen gejagt wird.

http://www.weihnachten.one/wp-content/uploads/2017/08/Pelzmaertel.jpghttp://www.weihnachten.one/wp-content/uploads/2017/08/Pelzmaertel-150x150.jpgChristkindWeihnachtsbrauchtum11. Nov,Baden-Württemberg,Bayern,Hessen,Odenwald,ThüringenPelzmärtel - Fränkischer Brauch am Martinstag Der Pelzmärtel kommt in Franken. Beim Pelzmärtel handelt es sich um einen Brauch, der nicht direkt zur Weihnachtszeit ausgeführt wird, sondern bereits am 11. November eines Jahres. Zudem findet dieser Brauch nur in evangelischen Gemeinden in Franken statt, da der Pelzmärtel ein Gegenstück zum...

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