Krippenfiguren aus dem Erzgebirge

Von alters her schildern Weihnachtskrippen mit ihren figürlichen Darstellungen einzelne Szenen der Weihnachtsgeschichte. Häufig wird das besondere Ereignis, die Geburt Jesu, gezeigt, doch finden sich durchaus auch Passagen aus seinem späteren Leben motivisch umgesetzt.

Überlieferung aus dem zweiten Jahrhundert

Während Vorboten der Weihnachtskrippen bereits aus dem zweiten Jahrhundert überliefert sind, war die in Prag von Jesuiten geschaffene Weihnachtsszenerie 1562 der Auslöser dafür, dass das Aufstellen einer Weihnachtskrippe seitdem von gewissem Stand zeugte.

Krippenbau in Deutschland ab dem 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert fingen vor allem in den Gebirgsdörfern Deutschlands die Menschen an, sich dem Bau von Weihnachtskrippen zu widmen, so auch im Erzgebirge. Als Material bot sich das gut verfügbare Holz an. Wurden anfangs noch Pappmaché-Figuren geformt, kam später auch dafür Holz zum Einsatz.

Die ursprünglich orientalisch anmutenden Szenerien wandelten sich mit der Zeit

in einheimische Elemente, besonders bäuerliche und die Region prägende bergmännische Motive. Immer kunstfertiger gestalteten die Schnitzer die Figuren als auch die Weihnachtskrippe selbst. So fand sich die Herberge für Maria und Josef plötzlich auch in eine Bergmannskaue oder eine Bauernscheune verlegt.

Geschadet hat dies den Weihnachtskrippen indes mitnichten. Erzgebirgische Krippenfiguren gewannen zunehmend an Beliebtheit, welche heute in christliche Gebiete über alle Ländergrenzen hinaus reicht.

Preisgekrönte Handwerkskunst

Verschiedene Ställe, Palme, Esel und Ochse, Hirten mit Schafen, die Heiligen 3 Könige, Maria und Josef und nicht zu vergessen das Christuskind – all diese Figuren werden in vielen Orten des Erzgebirges in aufwendiger, äußerst geschickter Handarbeit gefertigt, mit Liebe zum Detail und von perfektionierter Kunstfertigkeit, die bereits einige Preise auf Messen oder beim Wettbewerb „Tradition und Form“ eingeheimst hat.

Längst bleiben die meisterhaft gefertigten Figuren nicht mehr ausschließlich den vielfältig gestalteten Weihnachtskrippen vorbehalten. Krippenfiguren finden sich heutzutage ebenfalls auf leuchtenden Schwibbögen, musikalischen Spieldosen als auch auf kleinen und großen Pyramiden wieder.

Krippen mit lebensgroßen Figuren

Apropos groß: eine besondere Augenweide bieten Weihnachtskrippen mit lebensgroßen Figuren, wie sie im Erzgebirge besonders in der besinnlichen Weihnachtszeit mancherorts bestaunt werden können.

Weitere Artikel

  • 75
    Spieldosen - Erzgebirgische Volkskunst Erzgebirgische Spieldosen zeugen von einer langen Handwerkstradition , sie sind Meisterwerke der Handwerkskunst. Mit Ihren Miniaturwelten wie z. B. aus der Christi Geburt oder der Weihnachtswelt , haben bereits Generationen in der Weihnachtszeit verzaubert. Spieldosen wurden in ihren Anfängen von Hand angetrieben – die heutige Aufzugmechanik…
  • 73
    Schwibbogen- Erzgebirgische Volkskunst Eine der vielen traditionellen Darstellungen zu Weihnachten der Erzgebirgischen Volkskunst sind die sogenannten Schwibbögen, die es seit rund 250 Jahren gibt. Wahrscheinlich wurde der erste seiner Art um 1726 in Johanngeorgenstadt hergestellt. Vielfältiger Schmuck der Schwibbögen Heute sind die Schwibbögen nicht nur in vielen Fenstern zu bewundern,…
  • 73
    Kurrende holzfiguren aus dem Erzgebirge Kurrende – ungeübten Ohren scheint der Begriff gar fremd und doch sind Kurrende seit dem späten Mittelalter in der protestantischen Welt bekannt. Dereinst zogen bedürftige Schüler als laufender Chor (vom Lateinischen currrere = laufen) von Haus zu Haus und wünschten singend eine besinnliche Weihnachtszeit, wofür…
  • 66
    Räuchermännchen - Erzgebirge Volkskunst Bereits seit dem 19. Jahrhundert werden die Räuchermännchen im Erzgebirge hergestellt, die je nach Räucherkerzenart verschiedenen Duft verbreiten. Sie sind für Viele untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden, wobei sie das ganze Jahr über räuchern können – es kommt ganz auf das Motiv an, welches man für…
  • 66
    Erzgebirgische Volkskunst - Weihnachtsdekoration aus Erzgebirgedas bedeutet traditionelle Räuchermännchen, Nussknacker, Schwibbögen, Bergmann, Engel und Weihnachtspyramiden zu Weihnachten als WeihnachtsdekorationWie es früher einmal war …Davon erzählen uns heute alte Geschichten, überlieferte Sagen und vielleicht so manches Relikt. Von jeher wurde Wissen und Können von Generation zu Generation weitergegeben, um es für…
  • 66
    Weihnachtspyramide – Erzgebirge Volkskunst Die Weihnachtspyramiden vereinen verschiedene Faszinationen: Sie tragen Kerzen für ein festliches Licht, drehen sich durch die aufsteigende Wärme und zeigen so ihre ganze Schönheit durch die sich bewegende Scheibe mit den Figuren, die meist auf mehreren Etagen angebracht werden. Handarbeit aus dem Erzgebirge Ursprünglich wurden auf…