Weihnachtspyramide – Erzgebirge Volkskunst

Die Weihnachtspyramiden vereinen verschiedene Faszinationen: Sie tragen Kerzen für ein festliches Licht, drehen sich durch die aufsteigende Wärme und zeigen so ihre ganze Schönheit durch die sich bewegende Scheibe mit den Figuren, die meist auf mehreren Etagen angebracht werden.

Handarbeit aus dem Erzgebirge

Ursprünglich wurden auf den Etagen der Pyramiden die „Stockwerke“ dargestellt, die am unteren Ende die Bergleute unter Tage zeigten und ganz oben die Engel im Himmel. Zunächst wurden Einzelstücke dieser Weihnachtspyramiden im Erzgebirge hergestellt – übrigens erst im 19. Jahrhundert. Die gewerbliche Herstellung gab es ab dem 20. Jahrhundert, wobei auch Besonderheiten wie die Hänge- und Wandpyramide entstanden. Zunächst war die Bemalung der Weihnachtspyramiden üblicherweise in Rot, Grün und Weiß, was aber heute einer fantasievollen Farbpalette gewichen ist. Von Holzfarben über völlig bunte Exemplare mit viel Gold gibt es alles, was sich der Käufer nur vorstellen kann.

Typische Elemente im unverwechselbaren Stil

Die vielfältigen Pyramiden, die die Werkstätten des Erzgebirges verlassen, haben fast alle ihre eigenen, typischen Elemente, die den unverwechselbaren Stil ausmachen.

Das Prinzip der Pyramide ist es, dass frei drehbare Scheiben mit einem Mittelstab verbunden werden, an dessen oberem Ende sich das Flügelrad befindet. Durch die Schrägstellung der Flügel, die nur eingesteckt sind und daher beweglich, kann die Geschwindigkeit der Weihnachtspyramide bestimmt werden. Stehen die Flügel „falsch“ herum schräg, laufen die Figuren rückwärts.
Kleine Exemplare haben meist eine Ebene, die sich dreht, während die Großen mehrstöckig sind. Manche Werkstätten bieten inzwischen „leere“ Pyramiden an, sodass man sich die Figuren dazu aussuchen und ständig vervollkommnen kann.

Pyramiden mit elektrischen Antrieb

Die heutige Pyramidenproduktion erlaubt sogar elektrische Antriebe, die besonders für große Exemplare geeignet sind. In den Gemeinden des Erzgebirges findet der Tourist in fast jedem Ort als Schmuck des Dorfplatzes eine riesige Weihnachtspyramide, die mit Strom angetrieben wird. Kunstvolle, meist gedrechselte Figuren schmücken den prächtigen Holzbau, und zeigen mitunter sogar etwas von der Geschichte der jeweiligen Stadt.

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